Samkhya-Philosophie
1.Teil
20.10.2010 Kanpur
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Maheshji sagt:
Zuerst möchte ich mitteilen, warum diese Philosophie
Samkhya heißt. Samkhya bedeutet zählen. Maharishi Kapila hat die natürliche
Chemie zum 1. Mal aufgeschrieben und er hat 24 Elemente beschrieben.
Gott
Als erstes spricht er über Gott, über den höchsten Gott
(Paramatman).
Angenommen nichts ist da, nichts, kein Raum, kein Wasser, kein Feuer, nichts; nur Gott war da. Gott ist immer ohne Form.
Maheshji fragt, hat Raum eine Form oder ist er formlos?
Wir sagen, Raum ist formlos. Maheshji fragt, hat das Element Luft eine
Form? Wir sagen, Luft ist formlos. Maheshji sagt, also ist Gott auch formlos.
Die reine Schöpfung
Das
nächste ist Prakriti, die Schöpfung, und zwar die reine Schöpfung. Reines
Prakriti = Suddha Prakriti. Reine Schöpfung bedeutet, dass die 3 Gunas, Rajas,
Tamas und Sattva vollkommen ausgeglichen sind. Wenn sie vollkommen im
Gleichgewicht sind, ist da keine Aktivität. Für Aktivität ist es erforderlich,
dass diese Balance gestört ist; das heißt, dass eines der Gunas überwiegen
muss.
Mahaatatwa
Um Aktivität zu bewirken,
ist ein Ungleichgewicht erforderlich, das heißt, mehr Sattva oder mehr Rajas
oder mehr Tamas. Maheshji sagt, versuche zu verstehen, damit Schöpfung
entsteht, muss in den Gunas ein Ungleichgewicht herrschen, sonst ist Schöpfung
nicht möglich. Erst wenn diese 3 Qualitäten die Balance verlieren, unmittelbar
in dem Moment beginnt die Aktivität der Schöpfung.
Wenn diese Aktivität
beginnt, wie beginnt sie im reinen Prakriti - in der reinen Natur? Wenn in Gott, wenn
in Brahman`s Herz dieser Gedanke aufsteigt:
"Eko'ham, bahu
syam" = „Ich bin allein, ich
will viele werden.“
Dieser Gedanke kam ihm. Er war allein. Dieser Gedanke kam,
er produzierte einen Klang und als dieser Klang produziert war, begann unmittelbar die
reine Schöpfung (Prakriti) aktiv zu werden, die Schöpfung
startete. Die 1. Schöpfung wird Mahaatatwa
genannt, das bedeutet großes Element, Maha heißt groß. Dies
ist ein äußerst wichtiger Schritt. Das heißt mit diesem Gedanken hat die
Natur die 1.
Schöpfung, Mahaatatwa produziert.
Du kannst sagen, dies ist
das Ovar (Eierstock) oder Yoni, das heißt, die Vagina, in die der Samen oder der erste
Anstoß gegeben wird. Gott hat die Saat gegeben, den Samen, das Licht.
Dies ist Prakriti (die Schöpfung),
das andere ist Purusha (Gott). Prakriti hat hier die weibliche Rolle. Wie soll
Gott ohne diesen weiblichen Teil eine Saat, einen Samen oder ein Licht
hineingeben? Das ist eine äußerst wichtige Verbindung, wo Schöpfung (Prakriti)
ist, ist auch Gott (Purusha). Maheshji fragt, ist das
klar, versuche jeden Schritt zu verstehen.
Es wird gesagt: Nichts in
der Schöpfung ist ohne Gott.
Maheshji sagt: Ja, die Schöpfung
ist gestartet. Sieh, dies ist Maithunee Prakriti, das heißt: Nichts ist ohne
Samen entstanden. Alles was du siehst, ist so entstanden; ausgenommen die
Bakterien. Die Bakterien haben keinen Sex.
Durch diesen Klang begann die reine Schöpfung
(Suddha Prakriti) aktiv zu werden und produzierte Mahaatatwa. Prakriti ist der
weibliche Teil. Die erste Schöpfung von Prakriti nach diesem Klang
"Eko'ham, bahu syam" ist Mahaatatwa. Das heißt, der weibliche Teil der
Schöpfung ist Mahaatatwa. Du kannst sagen, Mahaatatwa ist die erste Frau.
Maheshji sagt: Du wirst
das auf diese Weise, wenn du über diese Philosophie in Büchern liest, nicht
finden, nirgends. Und so ist es sehr einfach
erklärt.
Maheshji fährt mit der
Erklärung fort: Als also dieser weibliche Teil der Schöpfung da war, gab
Paramatman Licht auf die Schöpfung (Mahaatatwa). Als Mahaatatwa entstanden
war, gab Gott das Licht hinein. Sieh, mit dem Sonnenlicht beginnt die ganze
Aktivität. Auf die gleiche Weise wird das "Licht" von Paramatman
(Gott)
auf Mahaatatwa (die Schöpfung) gegeben, so wie mit dem Sonnenlicht die
Schöpfung startet. Wenn du das Sonnenlicht löschst, wird alles enden.
Ahamkara = Ego
Nachdem Mahaatatwa die
Saat von Gott bekommen hatte, entstand daraus das erste Produkt, das Ego =
Ahamkara. Das ist mein, und die Verwirrung begann. Wenn kein Ego da wäre,
dann würden Mahaatatwa und Gott identisch sein. Maheshji sagt: Ihr könnt
fragen warum? Wir fragen: Warum?
Maheshji antwortet:
Weil Mahaatatwa eine
Produktion aus Prakriti ist. Prakriti wird aktiv, wenn diese 3 Gunas im
Ungleichgewicht sind. Das ist also der Effekt der Gunas auf die Schöpfung
(Mahaatatwa). Sieh, die Auswirkung von
Vater und Mutter auf das Kind. Die Mutter hat
alle 3 Gunas, die sind jetzt im Ungleichgewicht und nun? Es kann sein, dass das
Sattva Guna stärker ist oder das Tamas Guna oder das Rajas Guna ist stärker. Das hat eine Auswirkung auf deinen Geist, und du
wirst entsprechend handeln, die Reinheit deines Geistes wird gestört. Maheshji fragt, ist das
klar? Ich versuche das klarzumachen. Ihr seid erst bei der 3. Stufe (Ahamkara)
und ihr kommt durcheinander.
Wiederholung:
Durch ein Ungleichgewicht
der Gunas entsteht Mahaatatwa, darauf folgt Ahamkara (das Ego). Aus Purusha und Prakriti entsteht
Mahaatatwa. Dann kommt das Ego (Ahamkara) dazu. Als es nichts gab: Gott ist
unsichtbar, Prakriti ist unsichtbar.
Als dieser Gedanke kam, wurde Prakriti aktiv. Alle Gunas
gingen herauf und herunter, denn Prakriti muss entsprechend dem Klang handeln. Der Klang ist hier der Gedanke: „Ich will viele
werden.“
Maheshji fragt ist das
klar? Offenbar noch nicht.
Ich habe bereits gesagt,
die Natur = Prakriti = Energie. Alles was du siehst, hat sich entsprechend dem
Klang manifestiert, das habt ihr bereits bei den Eiskristallversuchen des Japaners
Masaru Emoto gesehen.
Maheshji betrachtet jetzt
den Punkt, dass unterschiedliche Befehle (Klänge) unterschiedliche Wirkung
haben. Die Wirkung durch deinen Klang; der Klang von Gott, sieh nur. Der Befehl eines Mannes,
der Befehl eines Kriegers, der Befehl eines Königs, der Befehl Gottes, der
Befehl eines Mahatma, eines Rishi, einer Inkarnation, von Lord Krishna, von Lord Ram,
der Befehl des Messias, von Christus, von Mohammed. Mit dem Klang begann die Schöpfung.
Die Leute fragen für gewöhnlich:
Was war zuerst, das Ei oder die Henne? Maheshji sagt: Fragt, ich
werde antworten.
Wir fragen und Maheshji
antwortet: Die Henne.
Wir fragen: Warum?
Maheshji sagt: Zuerst ist
Klang. Dann produziert die Natur (reines Prakriti) die Henne, das ist Mahaatatwa.
Dann als nächstes Purusha. Das bedeutet, Prakriti und Purusha, welches kam
zuerst? Prakriti produzierte die Henne (Mahaatatwa) in die Purusha kam, das
bedeutet das Leben beginnt danach. Das Ei ist kein Leben, zuerst
kommt Mahaatatwa (das Huhn).
Es wird gesagt, ohne
Mutter gibt es kein Kind. Maheshji sagt, genauso ist das. Prakriti steht hier für
die Mutter. Wenn Mutter Prakriti handeln will, dann ist dazu der göttliche
Befehl erforderlich. Dann erst geht Purushtatwa (das göttliche Element, das göttliche
Prinzip, das Prinzip Gott) ein. Dies ist von äußerster Wichtigkeit,
verlier das nie aus dem Blickfeld, die gesamte Philosophie hängt davon ab.
5 Tanmatras (die
5 feinstofflichen Elemente)
Nach Ahamkara kommen die 5
feinstofflichen Elemente, die 5 Tanmatras. Ich habe die 5 feinstofflichen
Elemente schon erklärt.
1.
Shabda = Wort (Klang)
2.
Sparsha = Berührung
3.
Rupa = Form
4.
Rasha =
Wasser (Geschmack)
5.
Gandha = Duft
Man nennt diese 5
feinstofflichen Elemente Tanmatras = unsichtbare
Elemente.
5 Mahabhutas = 5
grobstoffliche Elemente
Zu diesen 5
feinstofflichen Elementen kommen 5 grobstoffliche Elemente hinzu.
1.
Akasha
=
Raum
2.
Vayu
= Luft
3.
Agni = Feuer
4.
Jal oder Aap = Wasser
5.
Prithvi
= Erde
Davor gab es keinen Raum,
keine Luft, kein Feuer, kein Wasser und keine Erde. Jetzt
könnt ihr entsprechend der gegenwärtigen Wissenschaft sehen, dass durch Luft
Reibung entsteht und dadurch entsteht Feuer. Klang erzeugt Luft, Klang
produziert Luft, Klang gibt dem Element Luft Leben. Klang ist die Mutter vom Element Luft. Das
Element Luft ist die Mutter vom Element Feuer. Maheshji sagt: Das sind
sehr einfache Beispiele, du brauchst nur die gegenwärtige Physik anzuwenden.
Ohne (das Element) Luft
kannst du kein Feuer (das Element) bekommen und ohne Feuer kannst du kein Wasser
(das Element) bekommen.
Ohne Feuer kannst du gar keine
Form bekommen. (Der Bezug ist hier jeweils auf das entsprechende Element.)
Die gesamte Schöpfung hängt
vom Element Feuer ab. Es gibt in den Veden (in
der Rig-Veda) einen Vers (Riksha), in dem die Arbeit des Feuers in der Schöpfung
beschrieben wird:
Wie verdaust du deine
Nahrung? Was ist das? Das Element Feuer.
Wer produziert das alles:
Früchte, Regen ...? Das Element Feuer.
Was verbrennt alles? Das
Element Feuer.
Wenn du weiter nachdenkst,
wenn du weiter voranschreitest, wirst du hinter jeder Schöpfung das Element
Feuer aufspüren. Es hat die Kraft zu erzeugen, zu beschützen und zu beenden.
Es besitzt alle Kraft, es gibt Leben. Ohne das Element Feuer kannst du nicht überleben.
Wenn die Temperatur abfällt, kannst du dann überleben? Kannst du überleben,
wenn die Temperatur zunimmt? Kannst du ohne Feuer leben, ist das möglich? Wenn
die Sonne erlischt, erhältst du dann irgendetwas? Was ist das, was alles unterhält,
Feuer.
Die Verdauung wird durch
das Feuer in der Magenregion, durch Jatharagni, erhalten.
Wenn du das Element Feuer
löschst, ist dann dieser Wasserzyklus überhaupt möglich? (Der Wasserzyklus:
Wasser verdampft, die Wolken ziehen über Land, sie regnen ab und das Wasser
fließt wieder zum Meer.)
Das Element Wasser
unterscheidet sich vom Element Feuer, das sind zwei Gase: Wasserstoff und Sauerstoff
werden zu Wasser (H2O).
Aus Wasser entsteht das
Element Erde. Ohne Wasser ist das Element Erde nicht möglich, Leben ist dann
nicht möglich. Wenn das Element Wasser grobstofflich wird, das heißt, wenn es verunreinigt wird, dann entsteht
das Element Erde. Das Element Erde entsteht aus dem Element Wasser, wenn du tief
in die Formeln der Physik gehst, wirst du das herausfinden.
Auf die gleiche Weise
läuft es ab, wenn Gott sagen wird: „Eko'ham dwitiyo na asti“, das heißt: „Ich will alleine sein.“
Dann endet, was immer an Schöpfung da ist. Der Zyklus läuft dann rückwärts:
aus Erde wird Wasser, aus Wasser wird Feuer, aus Feuer wird Luft, aus Luft wird
Klang. Jedes Element geht in dem anderen auf. Jedes Element geht in dem
anderen auf, es trennt sich nicht ab. Trennung ist nicht möglich, wenn du nun
einmal eins bist (mit allem), wie ist dann eine Trennung möglich? Das ist
Unwissen, dieses viele werden. In der Chemie
gibt es eine Formel, es wird der Tag kommen, wenn du zwei Teile zusammenbringst
werden sie ein Teil werden. Das ist eine sehr hohe Chemie.
5 Indriyas
Dann entstehen aus den 5
grobstofflichen Elementen im Verlauf der Schöpfung, die 5 Indriyas. Die 5 Indriyas bestehen aus den 5
Handlungsorganen und aus den 5 Sinnesorganen, die wahrnehmen.
5 Karmendriyas = 5
Organe, die handeln:
(Sanskrit: karma =
(action) Handlung, indriya = (senses) Sinne) - Organe die handeln.
Vak Sprachorgane (Sprechen)
Kara
(Hasta) Hände (Halten)
Pada Füße (Gehen)
Upastha
Urogenitalsystem (Zeugen)
Payu
Anus (Ausscheiden)
5 Gyan Indriyas
(auch Jnanendriyas) – Sinnesorgane, die wahrnehmen:
Srotra Ohr (Hören)
Tvacha Haut (Berühren)
Chakshua Auge (Sehen)
Rasana
Zunge (Schmecken)
Ghrana Nase (Riechen)
Das 24. Element ist die Kraft
MAN. Maheshji sagt ausdrücklich, die Kraft MAN bedeutet nicht Geist. (Man
is not mind.)
Und das 25. ist Purusha
= Gott
(Maheshji spricht über
einzelne Punkte und er beantwortet Verständnisfragen.)
Purusha ist eine Erzeugung
von Gott und Prakriti in Mahaatatwa. Aber Purusha befindet sich noch in
schlafendem Zustand. Wann wird Purusha produziert? Nach MAN.
Maheshji sagt: Sieh, wenn
Mann und Frau zusammenkommen, wird gleich ein Kind geboren? Es ist eine
Entwicklung erforderlich. Nachdem MAN da ist, kommt Purusha hinzu. Maheshji erklärt, Mahaatatwa ist
der Zeitpunkt der Empfängnis.
Maheshji sagt: Das ganze
Ego geht in MAN ein. Die Kraft
MAN stellt sich vollständig in Ahamkara dar. Auf die erneute Nachfrage
sagt Maheshji: Sieh, wenn all diese Elemente sich zusammengruppieren, dann ist
es MAN, welches die Kraft hat zu denken, deine Erinnerungen und Eindrücke zu
sammeln, so wie in deinem Computer oder Mobiltelefon. Du sagst, das ist der
Speicher. In MAN werden alle Erinnerungen gespeichert und aus MAN heraus
erinnerst du dich an alles. MAN wird in der Sprache der Philosophie auch als
Chitta (=Speicher) bezeichnet. Chitta ist auch ein Organ,
aber seine Aktivität ist an das Denken gekoppelt, es ist lebendig.
Maheshji sagt: Purusha, das wirkliche
Element von Gott, wird verwirrt. Maheshji bekräftigt:
Ja, es wird verwirrt; deswegen sind spirituelle Übungen erforderlich, Sadhana,
Samadhi, um diesen Weg wieder zurück zu gehen. Gott ist durch alle
diese Hüllen der Schöpfung verborgen. Wo landet man mit all diesen Hüllen?
Bei MAN, dann denkt man, man selbst ist MAN. Aber wir sind
nicht MAN.
Maheshji sagt: Ich werde noch Samadhi
erklären und wieviele Typen von Samadhi es gibt. Die höchste Stufe von Samadhi heißt
Viveka-khyati Samadhi = vollständige, totale Erleuchtung. Dann ist Purushtatwa,
das göttliche Element, in der Lage zu verstehen: "Ich bin nicht MAN".
Es ist dann möglich zu fühlen, dass ich Suddha Chayatanya = reines Bewußtsein
bin. Dann begreifst du, dass dies alles ein falsches Spiel ist und, dass du unsterblich bist.
Das schwierigste Hindernis
besteht darin, MAN zu überqueren, zu überwinden. In der Lage zu sein, den
Abstand zwischen MAN und dem reinen Bewusstsein, das heißt deinem eigenen
reinen Selbst zu verstehen. Das heißt, es liegt ein Abstand zwischen der Kraft MAN und dem reinen
Selbst. Erst wenn du Viveka-khyati Samadhi erreicht hast, dann bist du in der
Lage, zu erkennen, dass dies alles falsch ist, und dass du unsterblich bist.
Dann verstehst du wirklich, wer er ist, wer du
bist und wer ich bin. Maharishi Kapila hat jeden
einzelnen Schritt erklärt.
Maheshji sagt: Dies ist der erste Teil,
dies ist der physikalische Teil, wir haben noch nicht alles gelernt. Ich möchte
sehr langsam vorgehen, so dass ihr eine Sache verstanden habt. Das nächste Mal
folgt der nächste Schritt.
