Yoga und Meditation

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Über Yoga und Meditation

Was ist der Unterschied zwischen Yoga und Meditation?

Diese Frage wurde Mahesh von einer Journalistin, die für den Rundfunk eine Sendung über Meditation vorbereitet, gestellt.

Originalstimme

02.01.2006    (01:28 - 46:30 Datei 1)

Maheshji sagt:

Das ist eine schöne Frage. Sieh, ich verbinde deine Frage mit der Bibel, weil die meisten deiner Zuhörer Christen sind. Sie werden deine Sendung hören, und da muss etwas vorkommen, was sie kennen. Das wird ihnen gefallen, und sie werden diesem Weg folgen.

Ich gebe dazu ein einfaches Beispiel.

Angenommen, du bist in einem anderen Land, und du triffst einen Landsmann, und du sagst ihm, ich gehöre auch zu deinem Land. Auf diese Weise hast du sofort eine Verbindung zu ihm. Und deine Einstellung zu ihm ändert sich. Genauso ist das, wenn die christliche Welt etwas über Meditation wissen will.

Die Meditation ist nicht neu, sie wird schon in der Bibel beschrieben, und Christus hat der Meditation die höchste Bedeutung beigemessen.

In der Geheimen Offenbarung des Johannes steht:

“Be still and know thyself.” (Sei still und erkenne dich selbst.)

Aber in diesem heiligen Buch wird dieser Gedanke nicht erklärt, er wird nicht genauer beschrieben. Es wird nicht beschrieben, wie man dieser Anweisung folgen kann. Es wird nicht angegeben, wie man selbst still werden kann.

In diesem Zusammenhang werde ich die Meditation erklären.

Auf dem Weg zur Meditation kann man diese innere Stille erreichen.

Ich sage Maheshji, dass sie an dem Yogaunterricht heute teilgenommen hat, und nach der Meditation hatte sie das Gefühl inneren Friedens.

Maheshji sagt, ja. Warum?

Weil man hierdurch inneren Frieden erreichen kann. Die Frequenz deines Geistes, die Geschwindigkeit deines Geistes und deine Gedankenfolge nehmen ab, sie wird ruhig. Und diese Ruhe vergrößert diesen Frieden.

Ich frage Maheshji, ob er das noch deutlicher beschreiben kann.

Maheshji sagt:

Ich gebe euch ein sehr einfaches Beispiel, welches jeder verstehen kann.

Jeder, der gut geschlafen hat und morgens aufwacht, fühlt sich frisch. Das ist ein feines Gefühl, man fühlt sich wie neugeboren, man hat viel mehr Energie.

Die Yogis nennen die Meditation den schlaflosen Schlaf.

Die Meditation ist ein höherer Zustand des Geistes. Samadhi ist ein noch viel höherer Zustand.

Ich frage Maheshji, ob er Meditation noch genauer erklären kann?

Maheshji sagt: In der Meditation ist die Folge deiner Gedanken annähernd null. Die Gedanken sind annähernd gelähmt, aber nicht vollständig.

Je tiefer der Schlaf wird, umso mehr Frieden bekommst du. Im normalen Schlaf träumst du; im Tiefschlaf sind kaum noch Träume da.

Wenn du die ganze Nacht träumst, dann ist das ein Zustand, der dem Wachzustand ähnelt. Aber im Tiefschlaf gibt es keine oder kaum Träume, es ist ein traumloser Zustand. Das ist für einen normalen Menschen nicht möglich. Man nennt diesen Zustand Shushupti. Das ist ein sehr hoher Zustand, welcher der Meditation nahe ist; der Geist erhält Ruhe.

Maheshji erklärt das noch einmal:

Wenn du mehrere Träume siehst, wie kann der Geist da Ruhe bekommen?

Aber wenn du nur wenige Träume hast, bekommt der Geist Ruhe.

Beachte, dass dein Geist im Wachzustand ständig beschäftigt ist; du liest, du gehst, du redest, aber trotzdem ist der Geist aktiv. Der Geist tut etwas, er denkt etwas, die Gedankenlinie läuft immer weiter.

Aber im Schlaf ist das anders, deswegen ist der Schlaf ein äußerst wichtiger Teil.

Schlafentzug ist als Strafe in der ganzen Welt nicht erlaubt. Wenn man jemanden nicht schlafen lässt, wird er sterben. Der Körper wird dann vergiftet. Der Geist wird verrückt und man stirbt.

Wenn du schläfst, wenn dein Schlaf noch besser ist, wenn dein Schlaf sich noch weiter verbessert, dementsprechend bekommst du Frieden. Und jeder kann das Ergebnis, wenn er morgens aufwacht, selbst sehen.

Meditation ist ein noch höherer Zustand als Schlaf, und ist auch besser als Schlaf. Niemand kann Meditation herbeiführen, Meditation stellt sich ein.

Du kannst auch nicht schlafen, der Schlaf stellt sich ein. Der Schlaf kann kommen oder auch nicht, niemand kann darüber bestimmen.

Genau so ist das mit der Meditation. Der innere Frieden hilft dir dabei, dass der Zustand der Meditation sich einstellen kann. Je feiner die Meditation wird, je tiefer sie wird, umso mehr nimmt der geistige Frieden und die spirituelle Kraft zu, dein Verhalten und deine ganze Persönlichkeit werden verändert.

Selbst wenn ein Krimineller diesen Zustand erreicht, wird er sich vollkommen verändern. Sein geistiger Zustand wird von Mitgefühl erfüllt und von Liebe ergriffen. Seine Grausamkeit wird beendet.

Betrachte den heiligen Paulus. Wie er von Saulus zu Paulus verändert worden ist. Er hat sich nur einfach an die Brust geschlagen, und er hat gesagt, ich bin jetzt Christ. Er hat nicht einmal ein Mantra wiederholt, nein. Im Christentum heißen Mantren Loks, die werden für die Meditation benutzt. Paulus wurde ein Heiliger.

In Indien, in meinem Land, wurde ein großer Mörder mit Namen Valmiki zu Maharishi Valmiki, zum Heiligen Valmiki. Er war vorher ein Mörder, und durch seine Meditation wurde er ein Heiliger. Er wurde ein sehr hoher, vollendeter spiritueller Heiliger von Indien.

Dies erfordert Vertrauen und Übung.

Du kannst zu dem, was ich gesagt habe, Fragen stellen, dann erkläre ich das noch weiter.

Sie bedankt sich und fand das Gespräch sehr interessant.

Sie hat keine weitere Frage. Maheshji fragt sie, kannst du Meditation erklären? Sie antwortet: Nein, ich kann das nicht.

Ich frage Maheshji, ob er es erklären kann.

Maheshji sagt: Ich gebe euch die Definition, die Maharishi Patanjali mitgeteilt hat, denn die Meditation ist ein riesiges Thema. Es ist ein sehr kleines und gleichzeitig ein sehr großes Thema, beides.

Meditation ist, die Gedanken beobachten.

Nach und nach kannst du die Gedanken verringern, bis du die kommenden Gedanken stoppen kannst. Und wie du das machst, das ist Meditation.

Es gibt insgesamt 112 Meditationsmethoden, das sind alles Methoden, die Gedanken zu stoppen. Es ist die Aufgabe der Meditation, es gibt da sehr einfache Formeln, die Gedanken zu stoppen. Auf diese Weise kann man vermeiden, dass man immer wiedergeboren werden muss. Man beobachtet die Gedanken im Geist, das ist Meditation. Und so werden die Gedanken immer weniger. Ich habe euch die Definition mitgeteilt, denn die indischen Heiligen haben diese Dinge sehr kurz definiert. Es gibt da sehr einfache Formeln in den Yoga - Sutras, aber wenn du die erklären willst, so ist das sehr aufwendig.

So steht in der Bibel nur ein Satz:

„Be still and know theyself” (Sei still und erkenne dich selbst).

Wenn du das erklärst, dauert es Tage. Das ist kein Scherz.

Du musst dann erklären, wie man körperlich still werden kann, wie man im Geist still werden kann, von Geräuschen und von Verunreinigungen. Denn durch alle diese Dinge wird der Geist gestört, und der Körper leidet. Wenn du also tiefer gehst, und tiefer gehst, dann ist da kein Ende. Aber die, welche das wissen, erklären es auf diese Weise.

Christus hat nur diesen einen Satz angegeben.

Maharishi Patanjali hat eine andere Interpretation des gleichen Vorganges angegeben.

Das Prinzip ist, die Gedanken zu stoppen, das ist Meditation.

Wie?

Da gibt es mehrere Wege.

Der Segen der Meditation ist, das wirkliche Ziel des Lebens zu erreichen.

Man wird in die Lage versetzt, die wirkliche Wahrheit zu verstehen, zu wissen und zu sehen.

Das, was du siehst, ist nicht die Wahrheit.

Zum Beispiel sind Knochen in deinem Körper, aber die kannst du nicht sehen. Aber das Röntgengerät kann deine Knochen sehen.

Auf diese Weise kann man die Wahrheit sehen, die wirkliche Realität. Das erfordert geistige Ausgeglichenheit, geistigen Frieden und Konzentration; eine auf einen Punkt ausgerichtete Konzentration. Wenn du das kannst, dann kannst du in die Arena der Meditation eintreten, dann kann sich Meditation einstellen, und sie bleibt erhalten.

Sieh, alle Heiligen dieser Welt, zu welcher Religion sie auch immer gehören, sie stehen

  1. für Vergebung,
  2. Liebe,
  3. Mitgefühl,
  4. kein Hass.
  5. Sie denken immer an alle.
  6. Sie denken niemals an sich selbst.
  7. Sie sind vollkommen spirituell, weil sie die Grenzen dieser falschen materialistischen Welt erkannt haben, obgleich sie in dieser Welt leben. Aber ihr Geist und ihre Haltung unterscheiden sich so sehr von ihr.

Ja, was möchtest du fragen?

  1. Ich habe über Konzentration gesprochen.
  2. Ich habe über Meditation gesprochen.
  3. Ich habe auch die Definition der Meditation angegeben.
  4. Ich habe auch über den Segen der Meditation gesprochen.
  5. Es gibt noch so viele andere Vorteile, aber das Christentum glaubt nicht an die Wiedergeburt, deswegen habe ich das nicht erwähnt. Das würde dich verwirren und deine Zuhörer auch.

Ich habe nur die Dinge mitgeteilt, die im Geist des Zuhörers keine kontroverse Diskussion auslösen.

Sie fragt, wie oft sollte man meditieren, um gute Ergebnisse zu erzielen?

Maheshji sagt: Wenigstens dreimal am Tag. Wenn das nicht möglich ist, einmal oder zweimal.

Je mehr Zucker du in die Milch tust, umso süßer wird die Milch. Diese Süße bedeutet, du bewegst dich in Richtung Gottes Haus.

Und wie lange sollte man sitzen?

Maheshji sagt, die Zeit der Meditation sollte nicht angegeben werden. Du kannst so lange üben, wie du ohne Stress für deinen Körper sitzen kannst. Und nach einigen Tagen wird sich die Zeit automatisch verlängern. Wenn sie sich verlängert, reduziere sie nicht.

Fang erst einmal mit 15 Minuten an und dann mehr, eine halbe Stunde, dann eine Stunde. Das Minimum sind 15 Minuten.

Wie soll ich vorgehen, soll ich Yoga machen, soll ich meditieren, soll ich das gleichzeitig machen?

Maheshji sagt:

Du kannst Yoga machen, Körperübungen, Atemübungen. Du kannst es auch zeitlich getrennt machen, du kannst die Körperübungen zu einer anderen Zeit machen als die Meditation.

Vor der Meditation sind einige Atemübungen äußerst wichtig, das führt zu besseren und schnelleren Ergebnissen. Wenn du möchtest, kannst du das machen.

Sie fragt, woher weiß ich, wenn ich von Yoga in die Meditation übergehe? Wann weiß ich, dass es jetzt Meditation ist?

Maheshji sagt:

Sieh, Yoga ist eine 8 stufige Leiter:

  1. Die Yamas und Niyamas. (Das sind 10 freiwillige Verpflichtungen.)
  2. Die Asanas (Körperübungen)
  3. die Pranayamaübungen (Atemübungen)
  4. Pratyahara (das Zurückziehen der Sinne)
  5. Konzentration (Dharana)
  6. Kontemplation (Dhyana)
  7. Meditation
  8. Samadhi

Yoga heißt sich zugesellen.

Ich gebe dafür eine sehr einfache Illustration.

Du hast so viele Dinge gekauft. Du möchtest wissen, wie viel du bezahlt hast. Du rechnest alle Belege zusammen, und zum Schluss weißt du, wie viel du bezahlt hast. Du sammelst die Belege und zählst sie zusammen.

Yoga ist vereinen, verschiedene Teile zusammenzubringen.

Um das zu tun, musst du dich für eine Methode entscheiden. Denn du hast die Vorstellung der Dualität entwickelt, für dich gibt es Gott und dich. Aber das ist falsch.

Diese Dualität muss überwunden werden, sie muss verschwinden, sie muss beendet werden.

Die Wissenschaft, die diese Dualität besiegt, beendet, die sie zerstört, ist die Yoga - Wissenschaft.

Yoga macht aus Dualität Einheit.

Das erklärt die Methode des Yoga. Lass dich nicht verwirren.

Meditation ist eines der Mittel des Yoga, ein weiteres Mittel sind die Körperübungen, ein weiteres Mittel sind die Yamas und Niyamas, weitere Mittel sind Pratyahara und Samadhi.

Dein Thema ist die Meditation.

Wenn du versuchst, alle Schritte zu beschreiben, kommst du durcheinander. Du bist über dieses Wort Yoga immer noch nicht im Klaren.

Denk an die Physik, an die Chemie, an die Biologie, aber die Physik umfasst so viele Dinge.

Ich habe gesagt:

Yoga ist die Methode, diese Dualität zu beenden.

Betrachte die Physik, in der Physik befasst du dich nicht mit Biologie, da studierst du auch keine Chemie. Auch die anderen Fächer studierst du in Physik nicht, du studierst keine Musik.

Dieses Fach Yoga umfasst so viele Stufen, um das Ziel des Yoga zu erreichen. Dann wirst du in die Lage versetzt eins zu sein, dann erreichst du die Einheit.

Das letzte endliche Ziel des Yoga ist es, die dualistische Sichtweise der Welt zu überwinden. In einer der Sutren der Sanatan - Philosophie ist das angegeben.

Die Definition des Yoga ist, die Gedankenlinie auf Null zu stoppen.

In der Bhagavad Gita sagt Lord Krishna:

„Alle lebenden Wesen haben die gleiche Seele.“ Es ist kein Unterschied da. Das Gefühl musst du entwickeln.

Was immer das ist, alle lebenden Wesen und alle nicht lebenden Wesen, das, was du siehst, und was du nicht siehst, damit ist die absolute Schöpfung gemeint.

Das ist das gleiche, als wenn du deine Seele siehst, das ist Yoga. Das ist das Ziel des Yoga. Das Ziel ist es

  1. die Wirklichkeit zu erreichen,
  2. die Wirklichkeit zu sehen,
  3. und zur Wirklichkeit zu werden.

Das ist das Thema des Yoga.

Maheshji sagt ja, du kannst jede weitere Frage stellen. Du kannst Englisch, und wenn dir irgendeine Frage kommt, kannst du mich fragen.

Hierzu noch ein Text aus der Tagespresse.