Das Ziel des Lebens

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Eine sehr konzentrierte Unterrichtsform über Gott

12.11.2012 Kanpur

Originalstimme (31:25 - 56:14) Datei 4

Ein Schüler Seiner Heiligkeit sagt, ich bewege mich gleichzeitig in der äußeren Welt und in der spirituellen Welt. Wie kann ich das miteinander vereinbaren?

Maheshji geht jetzt in eine sehr konzentrierte Unterrichtsform. Er sagt: Sieh, es gibt drei wichtige Elemente, Maheshji nennt die drei Elemente:

  1. Gott ist das erste Element.
  2. Das zweite Element ist die Seele, Jiva.
  3. Das dritte Element ist Maya = Illusion (die Schöpfung).

So formuliert die Sanatan Philosophie das. Das heißt, dass diese Feststellung alterslos ist, diese Feststellung ist ohne Alter. Gott, die Seele und Maya, diese drei waren immer da und niemand kann sie beenden, auch Gott nicht.

Also Gott ist (tschetan) aktiv. Maheshji sagt:

Sat (= es bleibt immer gleich),

tschit (= aktiv),

anand = (bliss = Segen, das sind die aktiven Attribute von Gott.)

Wenn jemand den vollen Namen Gottes sagen will, dann sagt er diese drei Namen: Sat, tschit, anand. Du kannst auch nur Sat sagen, das ist die handelnde Form. Man kann auch tschit sagen, man kann auch nur anand sagen.

Aber wenn du alles benennen willst: Sat, tschit, anand.

Die Seele fällt unter tschit, deswegen ist sie auch ein Teil von Gott.

Maya ist kein Teil von Gott, dies ist nicht aktiv (dscharr). Der Körper ist Maya. Die sichtbare Welt ist Maya. Durch tschit handelt unser Körper. Wenn Jiva (die Seele) den Körper verlässt, ist der Körper tot; er ist inaktiv.         

Es gibt noch einen weiteren Teil von Maya der heißt Svarupamaya. Svarupamaya ist der wichtigste Arbeiter, der wichtigste Sklave, das ist die persönliche Kraft, das fällt auch unter Maya, Svarupamaya.

Es gibt zwei Teile von Maya, eins ist die persönliche Kraft von Gott, Svarupamaya; damit macht er all diese Dinge wie die Schöpfung, Schutz, Zerstörung. Maheshji sagt: Das ist eine sehr tiefe Form der Unterrichtung. Ich versuche, dass du diese tiefe Philosophie verstehen kannst.

Es wird noch einmal nachgefragt und Maheshji wiederholt: Svarupamaya ist die persönliche Kraft von Gott. Die persönliche Kraft von Gott fällt auch unter Maya. Es gibt einen aktiven Teil von Maya und einen inaktiven Teil.

Wenn man die Seele (Jiva) da einordnen will, so ist die Seele so wie eine Scheibe Brot, sie liegt dazwischen; deswegen leidet die Seele. Die Seele leidet, weil es das Hauptziel dieses menschlichen Lebens ist Segen zu erreichen. Wenn du wirklichen Segen erreicht hast, dann ist er grenzenlos, du fühlst dann diesen Segen ohne Ende.

Den Segen, den du auch immer in dieser illusionären Welt erreichst, er ist nur für einen Moment; du nimmst irgendeine Süßigkeit, das ist nur für einen Moment. Das gilt für alle Vergnügen dieser Welt: Geld, schönes Haus, schöne Frau oder was immer das ist. Das ist alles nur für eine kurze Zeit. Also jeder Mensch, der stirbt, ist unzufrieden. Denn die Seele weiß um diese Tatsache und sucht immer weiter. All diese äußeren Sachen interessieren die Seele nicht. Zu diesem Zweck haben die Meister dieses spirituelle Wissen und diese spirituellen Übungen angegeben. Das spirituelle Wissen und die spirituellen Übungen sind zu diesem Zweck erforderlich.   

Ohne den Segen des Meisters und ohne den Segen Gottes kann man das Ziel des menschlichen Lebens nicht erreichen.                                                     

Das ist jetzt eine sehr kurz zusammengefasste Philosophie, das betrifft alles, was du siehst und die zehn Himmel, alles ist damit benannt.

Maheshji sagt zu dem, was wir hier machen, wir sind in einem großen Casino. Manchmal bist du reich, manchmal hast du nichts, das betrifft die sichtbare und die unsichtbare Welt. Die Seele ist in diesem Casino gefangen. Zu dem Zweck hat der große spirituelle Dichter Tulcidas gesagt, (Maheshji zitiert den Originaltext). Er gibt für das Leben der Seele ein Beispiel: Durch die Wirkung von Maya verhält sich der Mensch wie ein Papagei oder wie ein Affe.

Maheshji gibt uns hier an, wie man wie man Papageien fängt:

Zwischen zwei Bäumen ist eine Schnur gespannt. Am Boden liegen Samen, Saatkörner. Auf der Schnur sind kleine viereckige Kästchen, die sich auf der Schnur drehen können. Der Papagei kommt, setzt sich auf das Kästchen, das Kästchen dreht sich. Der Papagei setzt sich auf die rollende Box, er hält sich daran fest und fällt nach unten. Er sieht in den Himmel. Er könnte wegfliegen, er hält sich aber fest, weil er den Himmel sieht und den Eindruck hat, dass er frei ist. Warum sollte er also wegfiegen? Ein Vogel, der frei fliegen kann, hat in dieser Situation Angst. Und der Vogelfänger nimmt den Vogel und steckt ihn in einen Sack.

Auch Affen werden so gefangen. Man nimmt einen Krug mit einer engen Öffnung, wo nur die Hand des Affen durchgeht. Im Krug ist eine Süßigkeit, Jaggery oder was der Affe gern mag. Einige von den Süßigkeiten sind draußen, andere sind im Krug, aber er greift in den Krug. Nimmt die Süßigkeit in die Hand und lässt sie nicht mehr los. Mit der Süßigkeit in der Hand kann seine Hand den engen Hals des Kruges nicht mehr passieren, er ist gefangen. Da ist ein Affenfänger, der ihn in einen Sack steckt.                                                         

Maheshji erklärt hier wie diese Illusion, wie diese Gier nach etwas einen fängt. Du denkst Maya hat dich gefangen, das ist falsch, du hast dich selbst gefangen.

Maheshji erzählt hierzu eine weitere Geschichte:

Ein Mann, der die Wäsche reinigt (washerman), hat üblicherweise 2 - 4 Esel. Er kommt mit einem Band. Der Esel steht da, sieht das Band, und der Mann legt die Schnur locker um die Vorderfüße des Esels und nimmt sie wieder weg. Aber der Esel denkt, ich bin gefangen. Und die vier Esel laufen nicht weg, weil sie denken, sie sind gefangen. Der Esel wird sich nicht bewegen, obgleich er frei ist.

Genauso verhalten wir uns und beklagen uns über Maya. Es ist deine eigene Vorstellung, die dich gefangen hat. Der Esel denkt, er ist gefangen, aber er ist gar nicht gefangen; das ist wahr. Maheshji sagt, wir machen das genauso und mehr als das. Und wir halten uns für sehr intelligent. Es ist also besser ein Idiot zu sein. Ich antworte immer noch auf deine Frage, lass dich nicht entmutigen, wir haben viel mehr Potenzial als diese Tiere, wir nutzen es aber üblicherweise nicht. Wenn wir unsere Idiotie kennen, können wir etwas dagegen tun, deswegen unterrichte ich euch: Ihr hört zu, ihr befolgt den Rat, und ihr habt den Nutzen davon.