Das Unterrichtsfach Gesang

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15.08.2010

Originalstimme (0:53 - 20:36) Datei 3

Eine Sängerin fragt Maheshji: Wie unterrichte ich Theaterschülern das Unterrichtsfach Gesang?

Maheshji sagt:

  1. Der Lehrer muss die Stimme des Schülers beobachten.
  2. Du musst beobachten, welches Gefühlspotenzial der Schüler hat,
  3. und für welche Charakterdarstellung der Schüler sich eignet.

Denn du unterrichtest an einer Schauspielschule, einige eignen sich für Heldenrollen, andere sind Krieger, und wieder andere haben noch ganz andere Fähigkeiten, dementsprechend muss der Unterricht ausgerichtet sein. Dein Fach ist Musik zu unterrichten und zwar Gesang, und dazu gibt es verschiedene Übungsmethoden.

Angenommen, da ist jemand, der sich gut als Krieger eignet, der sollte „das 1. SA“ üben (Klang der indischen Tonleiter). Das ist der tiefste Ton, den er singen kann, so dass seine Stimme Gewicht bekommt (gravity).

Und jemand, der sich für sehr sanfte Rollen eignet, der sollte „den Ton Harr“ üben (Ton der indischen Tonleiter), der Ton liegt höher; dieser Ton beginnt an der Basis des Kehlkopfs. Das ist die Basis jeglicher Gesangsunterrichtung. Und versuche die Sure (die entsprechende Tonlage) zu üben, dann formt sich die Stimme ganz von selbst entsprechend dem Bedarf und dem Potenzial des Sängers.

Sänger, die ein angeborenes Gesangstalent haben, die sollte man die tiefsten Töne, welche sie singen können, üben lassen. Wenn das perfekt wird, dann bedeutet das, dass alle Töne, auch die hohen automatisch brillant werden. Das ist der Fall, wenn der Basissound akkurat und perfekt ist, dann kann der Sänger bis in jede Höhe singen. In der westlichen Tradition übt man die tiefsten und die höchsten Töne.

Mit der Übung nur die tiefsten Töne zu üben hat auch mein Meister Gesang geübt. Er hat allen, die sehr gute Musiker werden wollten, die tägliche Übung auf diese Weise erklärt. Er hat ihnen gesagt, sie sollen den ganzen Tag über, wo immer sie auch sind, auf diese Weise üben. Man kann den Mund dabei minimal geöffnet halten. (Maheshji fügte später noch hinzu, dass das Üben auf Ganztonschritten, am Klavier die weißen Tasten, effektiver ist, als das Üben auf den Halbtonschritten, am Klavier die schwarzen Tasten.)

Wenn man die Übung macht, indem man das Gesicht in einem Tontopf hält und dann übt, das ist am wirkungsvollsten. Wenn du das ein Jahr machst, erreichst du ein fantastisches Ergebnis. Der Tontopf sollte so groß sein, dass er das ganze Gesicht verdeckt. Das Echo, welches bei dieser Übung entsteht, vergrößert deinen Kehlkopf. Man sollte 2 verschieden große Tontöpfe verwenden, einen kleineren, ein mittlerem und einen größeren. Und achte darauf, mit welchem du dich besser fühlst, das ist der beste Topf für dich.

Nach einiger Zeit, wenn ein Echo in dem Topf entsteht, habe das Gefühl, dass du von deinem Nabelzentrum aus singst. Das bedeutet, du fühlst, dass die Nerven um das Nabelzentrum herum aktiv werden. Maheshji sagt, das dauert einige Zeit, aber der Zustand entsteht. Ich weiß das, ich habe das zu einem anderen Zweck geübt. Wenn du das geübt hast, kannst du vom Nabel her singen, und dann bist du in der Lage, die Sure (den Ton) vollkommen zu formen. Dann sind das Volumen des Klangs und die Feinheit des Klanges immens. Die geringste Veränderung im Tonansatz erzeugt eine andere Schöpfung.     

Klang ist der Schöpfer. Die gesamte Schöpfung und die gesamte Chemie werden durch Klang kontrolliert. Zehn Klänge kontrollieren die gesamte Schöpfung.

Wenn du diese Qualität im Klang erreichen willst, dann musst du dich zum Zentrum voran arbeiten. Der Nabel steht für das Zentrum der Schöpfung, erst da erreichst du die vollkommene Wirkung des Klanges. (Maheshji verwendet hier das deutsche Wort Klang.)

Vom Nabel geht der Klang zu den Stimmbändern und von da nach außen und dann verändert er die Atmosphäre. Nach einiger Zeit der Übung wirst du den Klang in der Nabelregion hören.

Maheshji berichtet über sich: Ich habe das einmal eines morgens um 3:00 Uhr mit der Gnade meines Meisters gehört. Ich habe das nur einmal in meinem Leben gehört. Aber wenn ich übe, fühle ich diese Schwingung.

Maheshji berichtet, dass viele Sänger in Indien erst mit 60 Jahren zu großen Sängern geworden sind.

Maheshji sagt: Ich habe euch hier das größte Geheimnis aus der Gesangsunterrichtung mitgeteilt; niemand wird das weiter geben. Maheshji erlaubt, dass die Lektion ins Netz kommt.

Abschließend gibt Maheshji noch eine Verordnung, die für alle Sänger wichtig ist:

Vor und nach dem Singen ein Glas heißes Wasser mit Honig, nicht zu heiß. Und damit gurgeln und dann das Honigwasser herunter schlucken. Das Wasser sollte etwas wärmer als lauwarm sein. Ohne dies wird die Stimme nicht süß und klar, damit reinigst du den Kehlkopf von allem Sekret, das reinigt die Kehle und kräftigt sie. Mach das vor dem Singen und danach, dass die Stimme immer voll verfügbar ist.

Der nächste Punkt: Es ist besser, wenn du einen Schal um den Hals trägst, im Sommer aus Seide, im Winter einen Wollschal, das ist gut für alle Sänger.