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Mahesh erläutert, wie man die Konzentration erhöhen kann, wie man die Effektivität der Übungen erhöhen kann.

Das geschieht auf drei Wegen:

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  Einmal über die Konzentration auf den Shushumnapunkt. 

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  Zweitens mit Hilfe der Tratakübung. 

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  Drittens über den Klang selbst.

 

Die Frage ist, wie wir unsere Übungen intensivieren können. Mahesh sagt, für tiefe Meditation ist ein Zustand notwendig, den man nicht bewusst herstellen kann. Der Übende kann seine Konzentration vertiefen, sodass die Konzentration länger anhält oder eine lange Zeit anhält. Auf diese Weise wird aus der Konzentration Meditation.

Mahesh gibt dazu ein einfaches Beispiel: Niemand kann bewusst in den Schlaf gehen. Der Schlaf kommt. Der Schlaf stellt sich ein. Aber er stellt sich nicht bewusst ein. Du schaffst, wenn du schlafen willst, eine angenehme Atmosphäre, ein feines Kissen. Ein angenehmer Duft und leichte Bekleidung sind hilfreich. Selbst dann stellt sich manchmal der Schlaf nicht ein. Einige Leute müssen sogar Schlaftabletten nehmen. Schlaf ist also unter deiner bewussten Kontrolle nicht möglich.

Kontemplation und Meditation sind noch höhere Zustände des Geistes. Auch diese kannst du bewusst nicht erreichen. Es sind sehr friedvolle und konzentrierte Zustände.

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  Konzentration auf den Shushumnapunkt:

Wenn du deine Konzentration vertiefen willst, musst du zuerst die Beobachtung des Atems üben. Gemeint ist: beobachte die Atmung am Punkt zwischen den Nasenflügeln, am Shushumnapunkt. Der Punkt zwischen den Nasenflügeln ist der Sitz von Shushumna. Ihr müsst das fühlen. Im Geist muss man sich den Shumshumnapunkt als eine kleine Kuhle vorstellen. In der Anatomie ist diese nicht vorhanden. Der ganze Geist sollte auf den Shushumnapunkt konzentriert sein. So wird der Shushumnanerv aktiviert. Wenn Shushumna aktiv wird, entsteht ein Zustand, in dem man sehr ausgeglichen ist und es kommt Frieden in deinen Geist. Solange Shushumna nicht aktiv ist, kann kein Übender tiefe Meditation erreichen. 

Mahesh erzählt dazu eine kleine Anekdote. Die Geschichte betrifft die beiden Energiekanäle Ida und Pingala. Ida und Pingala sind vergleichbar mit Sonne und Mond. Wenn das linke Nasenloch aktiv ist, dann ist der Nerv Ida aktiviert und das entspricht dem Mond. Wenn das rechte Nasenloch aktiv ist, also wenn der Atem vorwiegend durch das rechte Nasenloch fließt, bedeutet das, dass der Sonnennerv aktiv ist, dieser wird Pingala genannt.

In den Veden gibt es die folgende Geschichte:

Es gibt zwei Vögel. Einer ist weiß, einer ist schwarz. Bei beiden Vögeln ist ein Bein mit einem Band angebunden. Der weiße versucht zu fliegen, das Bein ist aber mit einem Faden befestigt, er kann nur so weit fliegen wie der Faden reicht. Und er fliegt wieder auf seinen Platz zurück. Dann versucht der zweite Vogel zu fliegen. Aber nach einiger Zeit ist die Länge des Fadens auch erreicht und er kann nicht weiter fliegen. Der Vogel setzt sich wieder hin. Einmal fliegt der weiße Vogel ein Stück und kehrt wieder zurück, dann der schwarze und kehrt zurück. Einmal wird der eine aktiv, einmal wird der andere aktiv. Aber nur für kurze Zeit. So ist das auch mit den Nasenlöchern. Mal ist das eine aktiv, mal das andere. Einmal ist Ida aktiv, einmal Pingala. Auf diese Weise, mit dem weißen und dem schwarzen Vogel, werden in den Veden die Funktionen von Ida und Pingala erklärt.

Auf diese Weise sind beide Nasenlöcher für die Gedanken und die Phantasie, die wir haben, verantwortlich. Die Nasenlöcher entscheiden darüber, in welcher Phase wir sind. Solange Gedanken im Geist aufsteigen, solange ist Konzentration auf einen Punkt nicht möglich. Meditation erfordert einen auf einen Punkt ausgerichteten Geist. Die Gedanken des Übenden und seine Phantasie sind in der Meditation nicht mehr da. Wenn dieser Zustand erreicht ist, nennt man das tiefe Meditation. Die Gedanken und die Phantasie verschwinden in diesem Zustand. In tiefer Meditation verliert man sein normales Bewusstsein. Man weiß in dem Zustand nicht, was man macht. 

Bei uns als Anfängern der Meditation tauchen bestimmte Dinge im Geist auf. Deswegen wird in Yoga-Schulen die Atemerfahrung geübt. Die Beobachtung des Atems ist ein Instrument von äußerster Wichtigkeit. Atem ist Prana. Es ist eine feinstoffliche Kraft, es ist eine göttliche Kraft. Diese Kraft umfasst alle sieben Körper des Menschen. Der Mensch hat sieben Energiekörper. Sie kommt von der feinsten Form, vom Saatkörper, und sie berührt direkt die Seele. Die Kraft berührt die wahre Natur des Geistes. Prana ist die reinste göttliche Energie. Es hat nichts mit Sauerstoff zu tun. Prana ist die Energie, durch die die gesamte Natur die gesamte Galaxie, jedes einzelne Teilchen, jedes Atom vibriert, sich bewegt. Man kann Prana über den Atemprozess verstehen lernen. Mahesh sagt, der Geist ist ein Instrument, wir verstehen den Geist nicht.

Im Sanskrit bezeichnet man den Geist als MAN, dieser Begriff ist in keine andere Sprache übersetzbar. MAN ist ein Kontrolleur. (Geist bedeutet Kontrolleur.) Diese Kraft kontrolliert den Körper in seiner Gesamtheit. 

Und es hat die Kraft, das Universum zu kontrollieren. 

1.  MAN ist eine Form von Bewusstsein. 

2.  Und es kommt aus der Seele. 

3.  MAN ist aktive Energie. 

4.  MAN ist nicht die Seele, MAN, das bist nicht du. Du befindest dich jenseits von MAN. Das bedeutet, die Seele liegt jenseits von MAN. 

5.  Man kann sagen, MAN ist eine göttliche Kraft, MAN ist nicht identisch mit Gott. 

6.  Man muss dieses MAN durch Kontemplation, durch Meditation, durch Samadhi überwinden. 

7.  MAN ist vergleichbar mit Maya. 

8.  MAN ist identisch mit Prakrithi in der Samkyaphilosophie. In der Yogaschule wird Prakrithi als MAN bezeichnet. In der Samkyaphilosophie ist die Seele Purusha. Prakrithi macht alles. Man kann sagen, MAN ist die Natur und gleich mit Prakrithi. All das ist identisch. Die Kraft des Regens und der gesamten Natur gehört zu MAN und nicht zur Seele. 

Deswegen hat Christus in der Bibel gesagt: „Sei still und wisse, ich bin Gott.“ Dieser Satz ist uns nicht verständlich. Er bedeutet, gehe tief in dich hinein und lerne dich selbst kennen. Hier sagt Christus, überquere das Mantra. Das ist in anderen Worten das gleiche, was eben gesagt wurde. Mit einem absolut auf einen Punkt ausgerichteten Geist kannst du das Hindernis überqueren und du kommst in die Lage, dich selbst zu erkennen und dann weißt du die Wahrheit. Um dein Mantra, dein Denken und dein Wissen zu vertiefen, brauchst Du die Unterstützung des Atems. In dem Maße, wie deine Atemerfahrung zunimmt, wird dein Atem eins mit deinem Geist. Umso mehr wird Shushumna aktiviert.

 Wenn Shushumna aktiv ist, sind beide Nasenlöcher geöffnet. Die Atmung fließt gleichmäßig durch beide Nasenlöcher. Die Atmung fließt dann ohne irgendein Hindernis gleichmäßig durch beide Nasenlöcher und der Übende fühlt dann eine typische friedvolle Atmosphäre. Eine Ruhe, eine Stille, er erlebt Segen und Glück in seinem Geist. 

Für diese Übungen solltet ihr als erstes den Atem am Shushumnapunkt beobachten. 

Wenn ihr in dieser Übung perfekt seid, dann werden wir eine neue Übung machen, die sich auf die Beherrschung der Elemente erstreckt. Dann könnt ihr in der Konzentration durch die Elemente hindurchgehen. Wir kennen im Yoga fünf Elemente, die die Ursache für die uns umgebende Illusion (Maya) sind. Ich gebe euch später eine Konzentrationsübung für die Elemente. Ich zeige euch dann, wie man das entwickelt und wie man darin Schritt für Schritt perfekt wird, und ihr werdet die feinen Kräfte der Energie verstehen lernen. Und wie ihr in diese Energien selbst eintauchen könnt.

Habt ihr eine Frage zu der Übung, die ich euch eben gegeben habe? Besteht eine Verwirrung?

Man kann die Konzentration auf den Shushumnapunkt ständig machen. Man sollte sie vor der Meditation machen, man kann sie aber auch tagsüber machen, wann immer man will. Man soll mit der Beobachtung des Atems am Shushumnapunkt so lange fortfahren, bis sich beide Nasenlöcher gleichermaßen geöffnet haben. Das ist das Geheimnis. Man soll nicht mit den Fingern kontrollieren, ob beide Nasenlöcher gleich weit offen sind, sondern sich einfach auf den Punkt zwischen den Nasenflügeln konzentrieren. Im Geist sollt ihr fühlen, dass am Punkt zwischen den Nasenflügeln eine kleine Kuhle ist, durch die ihr ein- und ausatmet. Anatomisch ist diese Kuhle nicht da, aber im Geist sollt ihr euch diese Kuhle vorstellen. Macht das, bevor ihr mit der Meditation anfangt. Wer das nicht kann, der soll einfach joggen. Beim Joggen stellt sich nach einiger Zeit der gleiche Zustand von selbst ein. Wenn ein Schüler mit der Erklärung Probleme hat, dann lass ihn einfach vor dir joggen. Nach einiger Zeit wird sich der Zustand einstellen, dann weiß er, was gemeint ist. Mahesh sagt, dies ist der „deutsche Stil“ Shushumna zu öffnen. Die Yogis machen das anders. Mahesh sagt, dieses Joggen ist die vierte Möglichkeit Shushumna zu erwecken. Ihr werdet sehen, wenn ihr das macht, wird Shushumna nach und nach bei allen aktiv. Wenn beide Nasenlöcher gleich weit offen sind und die Atmung ohne Hindernis fließt, dann ist Shushumna erweckt. 

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  Konzentration mit Hilfe der Tratakübung:

Die nächste Methode, wie Anfänger lernen können, den Geist auf einen Punkt zu konzentrieren, ist die Tratakübung. Das ist ein blauer Punkt von vielleicht zwei Zentimetern Durchmesser auf einem weißen Tuch oder einem weißen Stück Papier, etwa in einem Meter Abstand in Augenhöhe angebracht. Man starrt auf den blauen Punkt, nach Möglichkeit ohne zu blinkern. Das kann man mehrmals am Tag ein paar Minuten lang machen. Die Konzentrationsfähigkeit wird sich allein dadurch sehr stark erhöhen. Der Punkt soll in Augenhöhe angebracht sein. Du musst dabei mit geradem Rücken, Nacken und Kopf sitzen. Während der Übung solltest du nach Norden oder nach Osten ausgerichtet sein. Du kannst die Übung erst mit dem blauen Punkt so machen, und dann kannst du sie später auch mit geschlossenen Augen im Geist machen. Das ist schwieriger, einfacher ist die Praxis mit dem blauen Punkt, auf den man starrt. Man konzentriert sich in beiden Fällen auf den blauen Punkt, einmal hat man ihn, indem man ihn sieht und einmal stellt man sich ihn im Geist vor. Die Übung ist gleichwertig. Die Konzentration sollte auf diesen Punkt ausgerichtet sein. Während man das macht, kann man das Mantra dabei wiederholen. Einfach im Geist, ohne zu sprechen. Ohne diese Tratakübung kann man den Geist nicht auf einen Punkt ausrichten. Wenn ihr diese Tratakübung regelmäßig macht, wird euer Geist nicht in weltliche Dinge abschweifen können. Er bleibt dann auf das Mantra konzentriert. Auf diese Weise kannst du deine Gedanken kontrollieren. Man soll diese Übung nur mit leerem Magen machen. Also nicht nach dem Essen. Gut ist, vor dem Essen zu üben. Man sollte aber nicht hungrig sein. Wenn man Hunger hat, sollte man eine Frucht essen, oder Rosinen, oder Saft trinken. Wenn der Hunger dann weg ist, kann man gut üben. Man sollte beim Üben keinen Hunger haben. Man soll diese Übung früh morgens machen, 12.00 Uhr mittags, bei Sonnenuntergang und spätabends. Dann ist das ideal. Bei Sonnenuntergang und 11.00 Uhr abends ist die Zeit, wo Shushumna von Natur aus aktiv wird. Man kann dann sehr erfolgreich üben. Wer mit diesem Zeitmaß nicht zurechtkommt, kann auch jede andere Zeit üben. 

Eine kurze Zeit die Atemerfahrung, dann die Tratakübung und dann das Mantra wiederholen ist ideal, um Fortschritte zu machen. Die Atemerfahrung wird die Meditation vertiefen. Die Meditation wird dann tief. Und ihr werdet Erfolg haben. Ihr könnt auf diese Weise die Natur beherrschen. Ihr könnt auf diese Weise hinter die Illusion gehen, die uns umgibt, und ihr werdet in die Lage versetzt, die Wahrheit zu wissen. Wenn irgendetwas nicht klar ist, dann fragt jetzt.

Eine Frage: Man kann die Augen schließen, man kann aber die Ohren nicht schließen, was kann man tun, damit Geräusche einen nicht ablenken? 

Mahesh sagt, im Buddhismus stecken sich die Übenden Baumwolle in die Ohren, dass sie nichts hören.

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  Konzentration über den Klang:

Mahesh erklärt für diesen Fall eine neue Übung, die heißt Kakimudra. Man schließt mit beiden Daumen die Ohren, mit den Zeigefingern beide Augen, mit den Mittelfingern beide Nasenlöcher und mit dem viertem und fünften Finger den Mund. Dann sind alle Sinnesorgane verschlossen. Während du das tust, solltest du dich auf deinen inneren Klang konzentrieren. Jeder Mensch hat in sich zehn Klänge. Ein Klang ist der Gesang der Vögel, ein Klang ist das Ziehen der Wolken. Mahesh nennt noch zwei andere Klänge mit den Hindinamen. Dann nennt er den Klang der Muschel. Es gibt in Indien eine besondere Muschel, sie heißt Counch und hat einen besonderen Klang. Diesen Klang haben wir in uns. Wenn du die Übung perfektioniert hast, dann hörst du diese Klänge. Insgesamt sind das zehn Klänge. Wenn du regelmäßig die Kakimudra machst, dann kannst du diese Klänge selbst hören. Aber du musst üben. Wenn ich aber jetzt noch mehr sage, dann könnt ihr das nicht mehr verdauen. Man soll Kakimudra vor der Meditation machen. Weil wir die Atmung dabei anhalten, ist es eine sehr intensive Übung, die zunächst nicht öfter gemacht werden soll. Wenn man anfängt, soll man es nur dreimal hintereinander machen. Es handelt sich hier um eine Kumbhakaatmung. Die Tratakübung machst du getrennt davon, die machst du nicht zur Zeit der Meditation, die machst du zu einer anderen Zeit. Atemerfahrung kann man jederzeit machen. Kakimudra sollte man vor der Meditation machen. Fünf Minuten Atemerfahrung, und dann dreimal Kakimudra

Mahesh möchte noch etwas erklären. Die Ursache der gesamten Schöpfung ist Klang. Wir haben also diesen Klang zu durchqueren. Wir müssen dieses Hindernis Klang durchqueren. Mahesh sagt, da, wo wir leben, in Deutschland, ist kein Klang. Da, wo reiner Klang ist, herrscht tiefer Frieden. Wo wir sind, ist kein Frieden. Hier ist nur Störung. Mahesh sagt, Klang ist nicht das Ziel eurer Übung. Ihr müsst den Klang durchqueren. Der Klang ist eine Barriere. Aber Klang beinhaltet eine enorme Kraft. Klang ist die Ursache der Schöpfung. Mahesh sagt, das ist ungefähr so wie die Mauer zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland. Ihr müsst sie überqueren. Und das war schwierig genug. Mahesh sagt, du musst die Mauer sehr sorgfältig durchqueren, sonst kommst du dabei um. Das Mantra führt dich zum Ziel. Das Mantra ist ein Boot, mit dem man die Klangwelt durchqueren kann. Dies ist eine sehr kurze Anweisung, wie auch Anfänger in ganz kurzer Zeit in ihrer Übung perfekt werden können.

Diese Übungen stören nicht eure Religion. Im Gegenteil, ihr werdet in eurer Religion dadurch vollkommener.

Wenn du ein Moslem bist und diese Übungen machst, wirst du ein guter Moslem und niemals ein Terrorist. Und wenn die Christen in Nordirland alle diese Übungen machen, gibt es dort keine Auseinandersetzungen mehr. Es wird dort tiefer Friede sein.

Mahesh hat ganz klar gesagt, dass die gesamte Schöpfung nur aus Klang entstanden ist. Der Klang ist die Ursache der Schöpfung. Man kann die Schöpfung über den Klang verstehen. Wenn man die einzelnen Klänge erzeugen kann, kann man auch die Gebilde, die da sind, selbst schaffen, weil jeder Klang eine Form hat. Und diese Form entsteht aus dem Klang. Man kann mit besonderen Klängen (Mantren) diese gesamte Klangwelt durchqueren. Die Klangwelt stört dich dabei nicht. Es ist die Welt, die die Yogis als Maya bezeichnen, die ist gemeint. In Wirklichkeit gibt es diese Welt gar nicht. Deine Natur ist von dieser illusionären Welt geprägt und du vergisst deine eigene wahre göttliche Natur. Mit diesen Mitteln kannst du die gesamte Schöpfung ohne ein Hindernis durchqueren. Deswegen werden in allen Weltreligionen Mantren, Klänge, verwandt. Du musst diese Schöpfung von Klang, diese Klangverwirrung, im Universum durchqueren. Mahesh hat diesmal zum ersten Mal erklärt, warum ein Mantra nötig ist. Man kann die Klangwelt nur mit Klang durchqueren, nicht anders. Zum ersten Mal hat Mahesh die Kraft des Mantra erklärt und wofür das Mantra gebraucht wird und wofür es notwendig ist. Und das auf sehr einfache Weise. Dies ist die komplizierte Philosophie des Mantras. Aber sie ist notwendig.

Jetzt kommt die Frage, wie kann ich mein Denken abstellen und mein Denken reduzieren. Mahesh sagt, einfach durch Atembeobachtung mit der Tratakübung und mit Kakimudra. Alle drei Mittel führen dazu, dass die Gedanken dich nicht mehr stören. Das Denken wird automatisch reduziert. Und durch den inneren Dialog kannst du das Denken auch reduzieren. Du besprichst die Probleme, die du hast, mit dir, und du bist immer klar. Ist mein Denken relevant, oder ist es irrelevant? Du musst den inneren Dialog immer wieder machen. Wenn dich die Gedanken überfallen, konzentriere dich einfach auf den Shushumnapunkt und beobachte die Atmung. Versuche nie, Druck auf dich auszuüben wegen deiner Gedanken. Zwinge dich nicht zu irgendetwas. Drück die Gedanken nicht mit Gewalt weg, das funktioniert nicht. Du musst das auch alles verdauen. Wenn du deinen Geist zu etwas zwingst, dann bringst du ihn durcheinander. Mach das nicht. Du musst deine Aufmerksamkeit von den Gedanken auf den Shushumnapunkt richten und den Atem beobachten. Dann ist das Problem gelöst. Wer das alles nicht machen kann, weil er verwirrt ist, soll versuchen seine eigenen Gedanken zu beobachten. Nichts mit den Gedanken zu machen, sie nur zu beobachten. Sie verschwinden dann ganz von selbst. Wenn du sie nicht verstärkst und nicht wegdrückst, dann werden sie verbrannt, und damit sind sie verschwunden. Oder du schaust dir einen Gedanken ganz genau an, darauf konzentrierst du dich und gehst ihn in allen Einzelheiten durch. Dann ist die Sache auch gelöst. Du musst deine eigene Identität wahrnehmen, die mit den Problemen, die ablaufen, nichts zu tun hat. Du bist separat, du hast mit der Sache direkt nichts zu tun. Mahesh hat dir zwei Möglichkeiten gesagt, wie du das Problem lösen kannst. Die Übung wird dir geistigen Frieden und Konzentrationsfähigkeit geben. 

Es kommt die Frage, wie kann ich neuen Schülern, die sehr intellektuell nach den Zusammenhängen fragen, dieses Geheimnis einfach erklären? Wie kann ich Anfängern einfach erklären, dass die gesamte Schöpfung einfach aus Klang besteht?

Mahesh sagt, dies ist die zentrale Frage überhaupt. Wie kann man in einer Anfängerklasse die höheren Zusammenhänge der Chemie unterrichten? 

Mahesh sagt uns jetzt ein sehr einfaches Beispiel. Klang ist ein Befehl. Wir hatten der Klasse gesagt, wir müssen jetzt von Wolgast in Elviras Haus fahren, um das Telefonat zu machen und alle sind zu Elvira gefahren und sitzen jetzt hier. Wie sind sie hergekommen? Durch den Befehl. Befehl ist Klang. Wenn Bush ein Kommando gibt, muss die gesamte amerikanische Armee dem folgen. Der Befehl erfolgt und die Armee schlägt in Afghanistan zu. Wenn Bush nichts sagt, wird die Armee nichts tun. Was passiert dann? Die Armee gerät durcheinander. In der Sprache der Terroristen ist das genauso. Der Befehl kommt und der Terrorist tritt in Aktion. Der Führer der Terroristen gibt einen Befehl, einen Klang, und das World Trade Center ist zusammengebrochen. Der erste Teil ist klar, sagt Elvira. Auf die gleiche Weise wirkt die Shaktikraft. Die Shaktikraft reagiert auf den göttlichen Klang. Es sind zwei Dinge, Klang und Kraft. Die Shaktikraft handelt entsprechend dem Klang. So wie die Armee sich nicht bewegen kann, wenn der Befehl nicht kommt. Ohne Klang geschieht gar nichts. 

Im Christentum kennen wir die zehn Gebote. Das sind zehn Befehle. Befehl bedeutet Klang. Erst der Klang, dann kommt die Aktion in Form von Energie. 

Wie handelt die göttliche Energie? Durch Klang. Klang ist nicht Energie. Klang ist identisch mit Befehl, durch den Energie entfaltet wird, durch die sich die Energie bewegt. Es ist genau wie bei der Armee.

Durch die Meditation werden falsche Klänge in dir gelöscht.

Die falschen Klänge sind eine Barriere. Die Barriere wird beseitigt. Dann erscheint deine wahre Natur. Wahres Wissen. Es erscheint das intuitive Wissen, die Intuition. Ein normal Sterblicher weiß nicht, wie die störenden Klänge um ihn herum seinen inneren Frieden in massiver Weise stören. Durch die Kontemplationsübungen, die wir jetzt machen, erreicht er in kurzer Zeit inneren Frieden. Dieser Frieden ist ein göttlicher Frieden. Die Energie selbst hat keine Kraft etwas auszurichten. Klang als Befehl ist notwendig. Noch mal ein ganz einfaches Beispiel: Wenn ein Chemiestudent seine Experimente macht, dann wird er sehen, dass ein göttliches Kommando bestimmte Reaktionen ermöglicht. Denn sonst passiert gar nichts. Das ist eine sehr hoch formulierte Frage, aber wenn ihr übt, werdet ihr in diesem Punkt völlige Klarheit bekommen. Mahesh hat noch einmal angeboten, wenn jemand hierzu eine Frage hat, kann er direkt anrufen und über eine Konferenzschaltung Mahesh sprechen.

Jetzt kommt die Frage: Wo kommt der erste Klang her?

Mahesh sagt: Von Gott. In England, in London, wenn der Big Ben schlägt. Der Big Ben schlägt und die Schöpfung entsteht. Gott hat den Klang angeschlagen und die Schöpfung hat sich entfaltet. Ohne dass ein Klang angeschlagen wird, ist diese Schöpfung nicht möglich. Jeder Klang hat eine Form. Und so entsteht aus dem Klang die Form, die wir als Universum wahrnehmen. Als erstes hat Gott einen Gedanken im Geist. Ich bin eins, ich will zahllos werden. Auf diese Weise ist die Schöpfung entstanden. Mahesh gibt jetzt ein Beispiel: Nimm den Klang einer Glocke. Warum hat Christus sich für den Klang der Glocken entschieden? Der Klang einer Glocke schafft einen 600m breiten Klangbogen. Dieser Bereich wird vor bösen Einflüssen geschützt. Böse Einflüsse können nicht in den Bereich der Glocken gelangen. Alle schlechten Klänge werden aus diesem Bereich verbannt. Alle schlechte Energie verschwindet. Wolgast (hier fand das Seminar statt) ist ein kleiner Ort, in der Mitte ist eine Kirche und wenn die Kirchenglocken läuten, werden alle schlechten Klänge aus diesem Bereich der Glocken weggehalten. Wenn du unter einem Baum stehst, bist du im Schatten. In diesem Schatten ist Frieden. Unter jedem Baum ist ein besonderer Frieden. Genauso ist das mit Klang. Wenn du durch die Geschichte der „Mahan Bharata“ gehst, wirst du sehen, dass die Kämpfe da mit Klängen, mit Mantren ausgeführt wurden. Ein Pfeil- und Bogenschütze wird auf einen bestimmten Klang hin zu vielen Pfeil- und Bogenschützen. So haben die Krieger Krieg geführt. Sie wussten um das Geheimnis, wie man aus Klang Materie macht. Sie wussten um das Geheimnis, wie man diesen Klang vervielfachen kann. Man kann dann diese Kräfte so einsetzen, wie man das möchte. Wenn du diese Technik beherrschst, kannst du unglaubliche Dinge vollbringen. Die Energie muss dem Befehl, dem Klang folgen.

Mahesh gibt noch ein Beispiel. Es war ein Taifun in Gujarat angekündigt worden. In der Vorhersage für diesen Landstrich war schon geschrieben worden, dass das Land zunächst durch ein Erdbeben zerstört und dann durch den Taifun noch weiter zerstört werden wird. Dann begannen die meisten Menschen zu beten. Sie haben Tag und Nacht gebetet. Sie haben einfach zu Gott gebetet. Es blieb ihnen nichts anderes. Dieser Taifun hat seine Richtung daraufhin geändert. Und er hat keinen Schaden angerichtet. Das ist die Wahrheit. Das ist in diesem Jahr passiert.

Schlechte Klänge erzeugen Terroristen.

Ein guter Klang erzeugt Menschen wie Jesus. Versuche also die Kraft des Klanges zu begreifen. Wenn ein Schüler zu einem Meister kommt, kann dieser ihm nicht gleich die höchste Wissenschaft vermitteln. Man muss zuerst mit einfachen Dingen anfangen. Zuerst muss der Schüler alle einfachen Dinge lernen und dann kommen die fortgeschrittenen Übungen. Wenn einer Meister in der Chirurgie werden will, dann kann er nicht gleich bei Lebenden anfangen. Er muss erst in der Anatomie an verstorbenen Körpern lernen. Ihr müsst üben, ihr müsst Geduld haben, ihr müsst Vertrauen haben. Mit der Zeit kann Mahesh alle eure Fragen erschöpfend beantworten. 

Es kommt jetzt die Frage: Wenn schlechte Schwingungen durch gute Schwingungen ausgelöscht werden, ob dann die Einheit wieder entsteht?

Mahesh sagt ja, auf diese Weise entsteht wieder die Einheit. Die Schöpfung besteht aus Klang und wenn du die Missklänge beseitigen willst und die Schöpfung reinigen willst, kannst du das mit einem sehr feinen Klang reinigen. Es ist überhaupt keine Frage. 

Mahesh kommt noch einmal zu den Elementen zurück. Es gibt fünf Elemente. Wir sollen das erste Element durchqueren und befehligen. Wenn du das Element Erde kontrollierst, entsteht der Klang „Lam“. Wenn wir nach Indien kommen, wird Mahesh uns eine Übung geben, um dieses Element zu kontrollieren. Jedes Element kann mit Klang beherrscht werden, weil die gesamte Schöpfung aus Klang besteht. 

Es kommt die Frage an Mahesh: Können wir auf diese Weise den Krieg stoppen?

Mahesh sagt, auf jeden Fall. Guter Klang, und es entsteht eine gute Form. Eine gute Form gibt ein gutes Ergebnis. 

Jetzt kommt die Frage: Wenn ich das Mantra sehr schnell sage, ist die Wirkung dann intensiver oder nicht?

Mahesh sagt, es gibt ein Prinzip. Es gibt beim Klang grundsätzlich drei verschiedene Geschwindigkeiten. Wenn die Geschwindigkeit gering ist, dann ist die Vibration am höchsten. Der niedrigste Klang hat die höchste Intensität. Das ist anders, als man das physikalisch erwartet. Der tiefste Klang hat die höchste Intensität, andersherum, als man das in der Physik erwartet. Eine hohe Frequenz hat nicht so viel Kraft wie eine niedrige Frequenz. Ein Mensch, der keinen friedvollen Geist hat, wird, wenn er mit diesen langsamen Klängen zusammen kommt, völlig durcheinander geraten, weil seine friedlose Natur völlig verändert wird. Man muss erst mal mit schnellen Übungen anfangen.

 

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  4.11.2001 Seminar in Lubmin.